Konzertberichte von Fans
 
31.08.2002 - Extrabreit live in Bochum

Ein Bericht von mir

 

Es war ein wechselhafter Tag, was das Wetter angeht. Teils sonnig, dann wieder bewölkt bis regnerisch. Nicht die beste Vorraussetzung für einen Ausflug zu einem Live-Auftritt. Doch der Umstand, dass Extrabreit nach dem Abschied aus dem Showgeschäft vier Jahre später wieder seine Fans mit einem Livekonzert beglücken wollte, machte die äusseren Umstände zur Nebensache. Auf geht´s also, noch schnell einen Freund abgeholt und dann lief der Countdown. Noch 3 Stunden Fahrt bis Bochum - noch 6 Stunden bis zum Gig. Die Vorfreude war riesig, dementsprechend kurzweilig verlief die Autofahrt.

Wurde hier am Ümminger See die Krombacher Werbung gedreht ? :-)
In Bochum angekommen, überraschte uns der Anblick eines relativ großen Sommerfestes. Jubel, Trubel, Heiterkeit am Ümminger See. Die erste Aufgabe war selbstverständlich die Bühne zu suchen. Es waren noch 3 Stunden bis zum geplanten Auftritt, doch ich wollte unbedingt sofort wissen wo ich mich später einzufinden habe. Die Location war schnell erspäht, es spielte gerade eine Band, deren Musik nicht gerade meinen Geschmack befriedigte. Also machten wir einen kleinen Erkundungsrundgang über´s Gelände, der mir auch noch ein paar “neue” gebrauchte Schallplatten von so einem “Plattenfuzzi” bescherte :-)

Zurück zur Bühne, auf der Minuten später die Band Jo Hartmann auftrat. Eine Kapelle, deren Show schon im Forum der Breiten von einem Fan als empfehlenswert betitelt wurde. Und ich muß gestehen, die Jungs waren gut ! Sie spielten bis ca. 20.15, was mich etwas wunderte. Denn wie soll die Crew es schaffen, bis zum angekündigten Auftritt um 20.30 die komplette Bühne umzubauen ? Inzwischen hatten wir uns einen guten Platz in der siebten oder achten Reihe mittig zur Bühne erkämpft, als es gegen 21.10 soweit war. Die Breiten standen wieder auf der Bühne und machten sich unter dem Jubel der Fans für den ersten Live-Auftritt nach vier Jahren bereit. Nur einer fehlte noch - Kai Havaii. Die ersten Akkorde von “Glück und Geld” wurden gespielt, als auch er die Bühne unter noch mehr Jubel der Fans betrat. Ein kurzes Statement “....hier sind Extrabreit zurück aus vier Jahren Kälteschlaf. Ich muss sagen, wir sind gut erholt” und die Party sollte beginnen.
Mit “Glück und Geld”, “Hart wie Marmelade” und “Nichts ist für immer (Havaii : Nicht mal der Abschied)” wurden zuerst drei schnellere Stücke gespielt. Der Sound war sehr laut, schon ein wenig zu laut wenn man wie wir weiter vorne stand. Doch das sollte in dem Moment egal sein, das Publikum sang und tanzte freudig mit. Weiter ging es mit echten Klassikern wie “Polizisten” und “Der Präsident ist tot”, wahre Erholung für die Kondition und die Ohren, da der Sound bei diesen Stücken schon erträglicher war. Als dann “Sturzflug”, “Jeden Tag - jede Nacht” folgten, konnte ich die gute Stimmung am eigenen Körper spüren. Junge Fans tanzten wie wild neben mir und ich bekam des öfteren einen deftigen Schubser, der mich erstmal einen Meter weiter zur Seite beförderte. Doch es war ok, schliesslich waren wir bei einem Auftritt der Breiten und nicht bei den No Angels. Es folgten die “Roten Rosen” sowie “Kleptomanie”, welches bei fast allen anderen von mir besuchten Konzerten der Breiten immer zuerst gespielt wurde.
Nun war der Zeitpunkt gekommen, an dem die Band ihren neuesten Song präsentieren wollte. “Nimm mich mit (ins weiße Licht)” wurde angekündigt und nach kurzer Stimmung der Instrumente ging es ab. Ein Song aus dem Hause Extrabreit, wie man es als langjähriger Fan kennt. Echter Rock mit harten Gitarrenriffs und allem, was den extrabreiten Sound ausmacht. Bei solcher Qualität neuer Songs steht dem Comeback von Extrabreit wohl nichts mehr im Wege. Vier Jahre Kälteschlaf und doch nichts verlernt !

Zum musikalischen Abschluß des Abends gab es, wie sollte es anders sein, den Song, der bei keinem Auftritt fehlen darf : “Flieger, grüß mir die Sonne”. Ich glaube bei diesem Song erreichte die Stimmung den absoluten Höhepunkt. Alles war am mitsingen und alle Hände winkten gen Himmel. Sieben Minuten “Flieger” brachten auch den letzten Zeitgenossen aus der Ruhe. Das sollte es vorerst gewesen sein, Kai verabschiedete sich und die Band mit der Bemerkung “Vielen Dank Bochum. Für´s erste Mal nicht schlecht. Dankeschön, es hat Spaß gemacht. Bochum....Neustaaaart !”

Die von den Fans lautstark geforderte Zugabe blieb leider aus, was aber nicht an den Breiten lag. Stefan war bereits wieder auf der Bühne, die Gitarre bereit und wartete auf den Rest der Band, als plötzlich wieder das Licht ausging. Kurze Zeit später erklang aus den Lautsprechern eine Durchsage, daß es aus Rücksicht auf die Anwohner leider keine Zugabe mehr geben könne. Ich denke das entsprechende Pfeifkonzert in Richtung Veranstalter, der Stadt Bochum oder wer auch immer für einen solchen Schwachsinn verantwortlich ist, muß ich nicht beschreiben. Als kleinen Trost gab es dann 15 Minuten später ein lautes Höhenfeuerwerk, das war die pure Ironie ! Selbst in “meiner” kleinen Stadt Bremen wird auf Stadtteilfesten bis nachts um 1.00 Uhr live gespielt. So einen Blödsinn wie diese Aktion in Bochum habe ich noch nie erlebt.
Mein persönliches Fazit : 6 Stunden Autofahrt für 50 Minuten Extrabreit haben sich mehr als gelohnt. Die Band war gut drauf, das Wetter hat zum Glück gehalten und ein Traum ging in Erfüllung : Seit vier Jahren hoffte ich darauf, noch einmal die Breiten live erleben zu dürfen. Das es jetzt sogar noch mehr Konzerte werden, ist die Krönung. Mindestens einen der Termine im Jahre 2002 werde ich noch wahrnehmen. Und ich hoffe, das Jahr 2003 bringt weitere Auftritte sowie eine neue CD. Nach dem Motto “Kritiker vermodern, doch die Breiten sterben nie”.

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